Geschichte und Kultur
Auf Guernsey beginnt die Geschichte der Menschheit in der Jungsteinzeit. Das Hügelgrab von Les Fouillages ist möglicherweise das älteste, von Menschenhand errichtete Steinmonument in Europa. Ab dem Jahr 933 gehörten die Inseln zur Normandie. Hierdurch wurde eine Verbindung zwischen Großbritannien und Frankreich geschaffen, deren Spuren noch heute vor Ort zu finden sind: Das normannisches Recht sowie gewisse Nachnamen und Guernesaise, die Sprache der Inselbewohner, sind Zeugen jener Zeit. Im Jahr 1204, als König Johann die Normandie an Phillippe Augustus von Frankreich verlor, stellte sich Guernsey auf die Seite von England. Die Festungsanlage Castle Cornet wurde errichtet, um eine französische Invasion abzuwehren. Heute sind darin einige der besten Museen der Insel untergebracht.
Das Erbe Guernseys ist untrennbar mit dem Meer verknüpft, und diese überaus enge Verbindung spiegelt sich auch in der Lebensart wider.
Der traditionelle Guernsey Pullover wird in der ganzen Welt immer noch gerne getragen, denn er hält warm und ist aus Wasser abweisender Wolle gefertigt.
Auf der Insel lebte einst auch der französische Dichter Victor Hugo, dessen Haus ein faszinierendes Zeugnis seines 15 Jahre währenden Exils ist. Sein schöpferischer Geist lebt heute in einem Dauerprogramm von Ausstellungen und Aufführungen fort.
Aber auch das 20. Jahrhundert hinterließ seine Spuren, denn die Inseln waren Teil des Atlantikwalls, einer während des Zweiten Weltkriegs errichteten Befestigungslinie. Hiervon zeugen ein Labyrinth von Festungen sowie faszinierende Museen, in denen das Alltagsleben während der Zeit der Inselbesatzung wieder lebendig wird.